Time Out

Wie der Name schon sagt - wir möchten Jugendlichen mit krebskranken Eltern eine Auszeit vom Krankheitsalltag ihrer Eltern geben. Aufgrund von wissenschaftlicher Recherche und Erfahrungsberichten von Onkologen und Psychoonkologinnen haben wir einen definitiven Bedarf dafür feststellen können! Die Jugendlichen wünschen sich die Möglichkeit zeitweise aus der Situation zu Hause ausbrechen zu können, Zeit nur für sich zu haben und Andere, in der gleichen Lage kennenzulernen. Wir möchten ihnen dies ermöglichen, bei Freizeitaktivitäten wie Klettern, gemeinsamem Kochen, Weihnachtsmarktbesuchen und vielem anderen. Wir werden mit Gruppen von je fünf Jugendlichen und zwei Studenten starten. Jede Gruppe wird sich vorerst dreimal für einen Nachmittag treffen, zusätzlich wird ein Informationstreffen mit einem Onkologen angeboten, bei dem die Jugendlichen ihre Fragen zur Erkrankung ihrer Eltern stellen können.

 

Für die erste Phase unseres Projekts werden wir uns auf jugendliche Töchter von Brustkrebspatientinnen beschränken. Wir haben bereits Absprachen mit den Psychoonkologinnen der Frauenklinik betroffen, die für uns die Kontaktherstellung zu den geeigneten Familien übernehmen. Sobald sich die passenden Teilnehmerinnen für eine Gruppe zusammengefunden haben, werden die Treffen geplant. Wenn die erste "Testphase" erfolgreich verläuft, möchten wir das Projekt auf mehrere Bereiche und auch auf Söhne von erkrankten Eltern ausweiten.

 

Neben dem Nutzen für die Jugendlichen sehen wir auch eine besondere Möglichkeit für Studenten, sich mit schwierigen Situationen auseinanderzusetzen und den Umgang mit Menschen zu erlernen, die in solchen Situationen stecken. Die Studenten werden sich vor den Gruppentreffen mit jedem Jugendlichen einzeln treffen um den ersten persönlichen Kontakt aufzubauen und Fragen über das Projekt zu beantworten. Bei den eigentlichen Gruppentreffen ist es uns wichtig, dass sich die Studenten nicht zu sehr in das Geschehen einmischen, sondern lediglich die Kontaktaufnahme zwischen den Mädchen erleichtern. Es sollen keine "Partnerschaften" für die Mädchen übernommen werden und auch zu viel persönlicher Kontakt ist unerwünscht. Wir möchten den Mädchen eine Hilfestellung geben, Andere in derselben oder einer sehr ähnlichen Situation kennenzulernen, sich zu vernetzen und sich somit ein eigenes Unterstützungsnetzwerk aufzubauen. Es besteht natürlich die Möglichkeit, dass schwierige Themen aufkommen oder die Studenten eine Notwendigkeit für professionelle Hilfe erkennen (z.B. Anzeichen für Selbstverletzung). Auch hier stehen uns die Psychoonkologinnen unterstützend zur Seite sodass wir jederzeit professionelle Hilfevermitteln können. Und auch wenn wir als Studenten über schwierige Situationen oder Erlebnisse reden müssen, haben wir mit dem Projektleiter Prof. Frank Gieseler sowie der Psychologin Jaqueline Schubert tatkräftige und erfahrene Unterstützer.

 

Finanziell wird "Time Out" von der Schleswig-Holsteinischen Krebsgesellschaft gefördert. Die Universitätspräsidentin Frau Prof. Gillessen-Kaesbach unterstützt uns als Schirmherrin und hilft bei der Kontaktvermittlung zum humangenetischen Institut für die Informationstreffen und eventuelle Schulungen der Studenten soweit Interesse besteht. Die Ethikkommission hat unsere Idee geprüft und uns unseren guten Ansatz betätigt.


Momentan sind wir eine Gruppe von ca. 10 Studierenden und werden uns in der "Testphase" nicht besonders vergrößern können, da wir noch nicht die Kapazitäten haben, mehrere Gruppen von Jugendlichen gleichzeitig zu betreuen. Sobald wir die erste Phase durchlaufen und evaluiert haben, möchten wir das Projekt aber ausweiten und mehr Studierenden die Teilnahme ermöglichen! Wir freuen uns natürlich trotzdem jederzeit über Kontaktaufnahme und Fragen Eurerseits